NixenStories: Meine Zeit mit Weber B Fraktur (Teil 2)

NixenStories

Hallo ihr Lieben! 🙂

Mir ist grade aufgefallen, dass ich beim ersten Teil des Berichtes etwas vergessen habe… Ich berichte hier natürlich in der chronologischen Reihenfolge, wie die Zeit mit der Weber B Fraktur bei mir verlief. Doch möchte ich euch nicht nur von dem Verlauf erzählen und Tipps geben, sondern auch einen kleinen Einblick in die psychischen Herausforderungen dabei geben. Und ich möchte das NACH der OP berichten. Da ich selber bisher nicht wirklich etwas passendes über das Danach und das Laufen lernen etc. gefunden habe. 😉

Also… weiter geht’s mit einer sehr… einschneidenden Erfahrung.

1. Psychische Herausforderung: Das erste Mal mit Krücken laufen nach der OP
Ich wurde ja erst nach dem Besuch der Physiotherapeutin aus dem Krankenhaus entlassen. Doch habe ich noch gar nicht erzählt, was wir da eigentlich gemacht haben…

Eigentlich war es gar nicht viel. Ich bin aufgestanden mit den Krücken und meinem Stiefel (Vacoped). Dann ging es aus dem Zimmer und einmal ca 15m den Gang runter in Richtung Treppenhaus. Zum Laufen gab es keine großartigen Anweisungen, die Physiotherapeutin war mit mir zufrieden. 🙂

Dann standen wir vor der Treppe. Sie erklärte mir „Gesund geht rauf und krank geht runter“. Das heißt beim Treppe abwärts gehen wird das verletzte Bein etwas nach vorne gestreckt und beim Treppe aufwärts gehen wird das verletzte Bein etwas nach hinten gestreckt. Und sie sagte, ich solle nie mit beiden Krücken eine Treppe auf- oder abwärts gehen! Eine Hand hält sich am Geländer fest, man kann sich auch mit dem Arm drauf stützen (so ging es für aufwärts am besten), dabei wird die Krücke quer in die andere Hand genommen. Was dann kam war alles andere als schön! Es war einfach nur verdammt anstrengend!

Es waren vielleicht 10 oder 12 Stufen, die ich dann langsam abwärts gehüpft bin. Dann ging es natürlich noch zurück. Puh! Egal, was ich vorher dachte, wie es wird, es war schlimmer! Es hat mich total auf den Boden der Tatsachen zurückgeholt! Ich glaub die Physiotherapeutin dachte ich würde nach etwa 6 Stufen aufwärts zusammenbrechen, zumindest war ich da schon total erledigt. Ich wollte aber unbedingt noch die blöde Treppe hoch und erst danach eine Pause machen und habe das auch so gesagt. Dabei war ich schon am schwitzen, wie bei einem 10 km Lauf… Die letzten 4 Stufen gingen plötzlich recht schnell, einerseits ein kleiner Schlussspurt, andererseits hatte ich den Dreh langsam raus. Doch oben angekommen bin ich erstmal in Tränen ausgebrochen. Ich erklärte der Physiotherapeutin, dass ich nicht wüsste, wie ich so wieder meinen Sport nachgehen können sollte. Ich sei Leistungssportlerin und wenn ich sehen würde, wo ich wieder hinwolle, und wenn ich sehe, wo ich jetzt grade bin, frage ich mich, wie das wieder gehen soll.

Die Physiotherapeutin beruhigte mich und versuchte mir Mut zu machen. Sie meinte, dass nur die wenigsten Menschen beim ersten Aufstehen nach einer OP schon direkt die Treppen schaffen würden und dass das alles wieder werden würde. Ein wenig hat es geholfen und beruhigt. Doch der Schock war groß!
Ich wusste vorher, dass es schwer wird. Aber es ist ein Unterschied, etwas zu wissen bzw. zu ahnen und dann die Realität zu erleben!

Wir gingen zu einem Stuhl auf dem Gang, dort machte ich eine Pause und sie beruhigte mich weiter. Nach ein paar Minuten Erholung wollte ich auch zügig wieder auf mein Zimmer. Also gingen wir die ca 15m zurück über den Gang. Laut meiner Bettnachbarin habe ich wohl sehr blass ausgesehen. Ich habe jedenfalls erstmal ordentlich was getrunken. Gefühlt hatte ich grade einen 10km Lauf hinter mir!

Dann zeigte die Physiotherapeutin mir noch zwei Übungen um die Muskeln des kranken Beins ein wenig zu erhalten:
1. Die Oberschenkel Muskulatur des kranken Beins anspannen.
2. Das kranke Bein strecken.

Ich bin mal so ehrlich und sage gleich, dass ich das in den folgenden Wochen kaum gemacht habe. Durch meine Aktivitäten in der Zeit mit Weber B hab ich meine Oberschenkel Muskulatur anders erhalten. Aber dazu komme ich dann nächstes Mal.
Kurz nach dem Besuch der Physiotherapeutin durfte ich dann nämlich auch endlich nach Hause! (Zum richtigen Laufen mit Krücken findet ihr übrigens auch informative Videos auf Youtube, wenn ihr euch das noch nicht ganz vorstellen könnt. 😉 )

Und da begann für mich erstmal eine Informationsphase, von der ich im nächsten Teil berichte…

NixenStories: Meine Zeit mit Weber B Fraktur (Teil 3)

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4 Gedanken zu “NixenStories: Meine Zeit mit Weber B Fraktur (Teil 2)

  1. Ich war so froh, das hier zu lesen! Du bist jung, du bist Sportlerin und trotzdem war das Stiegensteigen so ein Problem für dich wie bei mir! Ich bin jetzt zwei Wochen postop (Innen- und Außenknöchel gebrochen, Syndesmose intakt) und fahre in der Wohnung hauptsächlich mit Schreibtischsessel umher… Leider bin ich recht übergewichtig und auch anderweitig gesundheitlich angeschlagen, daher fällt mir das Krückengehen extrem schwer. Und dafür haben die wenigsten Verständnis und mich dafür auch schon ausgelacht.
    Danke für deinen Bericht!
    LG, Susi

    Gefällt 1 Person

    1. Liebe Susi,
      Genau deshalb hab ich diese Reihe an Beiträgen angefangen – du bist nicht allein! 🙂
      Auch wenn das momentan vielleicht nur ein schwacher Trost ist. Ich kann mir das mit den Krücken ganz gut vorstellen. Ich bin relativ normal gewichtig und fand es schon recht anstrengend. Besonders nach der OP. Beim ersten Aufstehen hab ich mich sogar schon an Treppen getraut – wo der Physio meinte, die meisten schaffen das da gar nicht – aber ich hab es geschafft. War danach allerdings so erledigt als wäre ich 10km im Freiwasser geschwommen (und das hab ich schon mal gemacht, ich weiß also wovon ich rede. ;)). Ich hab da erstmal geweint und gedacht ich könnte nie wieder einen Wettkampf schwimmen. Etwa 4-5 Monate später habe ich mich zum ersten mal nach dem Unfall einen Startsprung getraut (mein Sprungbein war auch noch das verletzte..) und etwa 5 Monate nach der OP war auch mein erster Wettkampf. 🙂
      Du schaffst das! Nur nicht den Mut verlieren. Und nimm dir die Leute nicht zu Herzen die lachen… ❤
      LG Sabrina

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