Wer, wie, was, wo, warum? – Die Nixe fragt Elis ben Sidef, der Schah von Zarbahan (Protagonisteninterview)

Die Nixe fragt Elis ben Sidef

Guten Tag meine lieben Gäste! 🙂

Ich freue mich sehr, euch heute den hochwohlgeborenen erhabenen Schah von Zarbahan Herrn Elis ben Sidef vorstellen zu dürfen! Bitte heißt ihn herzlich Willkommen! *Applaus*

Guten Tag meine Erhabenheit!

Guten Tag!

Nehmen Sie doch bitte Platz. Darf ich Ihnen einen Tee anbieten?

Ja, sehr gerne. Das riecht gut, ist das Apfel-Ingwer? Er lächelt. Eine meiner Lieblingssorten.

Vielen Dank erstmal, dass Sie sich heute die Zeit für mich nehmen und ich Ihnen einige Fragen stellen darf. Unsere Gäste sind total neugierig darauf, Sie kennenzulernen. Also beginnen wir erstmal mit ein paar Fragen zu Ihnen. Als Schah haben Sie mit Sicherheit eine besondere Ausbildung genossen. Welches sind ihre Lieblingsfächer und welche mochten Sie gar nicht?

Meine Mutter hat sehr darauf geachtet, dass ich eine hervorragende Ausbildung bekomme, das stimmt. Ich habe immer schon gerne gelesen und liebe Bücher über alte Völker, über Sagen und Märchen. Aus dem Grund mochte ich den Geschichtsunterricht immer am liebsten. Ich fürchte, Mathematik ist dagegen nie meine Stärke gewesen. Ich bin ganz froh, dass sich andere um die fürstlichen Finanzen kümmern.

Sie haben bestimmt einen vollen Terminplan. Bleibt da noch etwas Zeit für Freizeit?

Elis seufzt und nippt an seinem Tee. Zu wenig, fürchte ich. Früher, vor dem Tod meiner Mutter, habe ich fast jeden Tag in der Falknerei verbracht. Ich liebe die Falkenjagd, Raqisa, meine Falkendame, habe ich sogar selbst abgerichtet. Ansonsten lese ich viel und mag Brettspiele, vor allem das „Spiel des Schahs“. Es erfordert viel Konzentration und Strategie, dieser Herausforderung stelle ich mich gerne.

Zu Ihren Aufgaben gehören eine Reihe von schwerwiegenden Entscheidungen… Welche fiel Ihnen am schwersten?

Resigniert starrt Elis auf sein Teeglas. Ich habe das Gefühl, mir fällt jede Entscheidung furchtbar schwer, vor allem dann, wenn ich gezwungen bin, verschiedene Interessen abzuwägen. Am liebsten würde ich es allen meinen Untertanen recht machen und niemanden benachteiligen, aber ich fürchte, das ist eine Illusion. Dabei wünsche ich mir nur, dass die Menschen mich mögen, dass sie zu mir ebenso wohlwollend aufsehen wie zu meiner Mutter. Er lächelt dünn. Ich hoffe, das klingt nicht zu anmaßend.

Ach, das ist nur allzu gut verständlich. Ich glaube, Sie sind da auf einem gutem Weg. Gibt es etwas vor dem Sie Angst haben?

Elis presst die Lippen zusammen und nimmt schweigend einen Schluck Tee, ehe er mit leiser Stimme antwortet. Ich habe furchtbare Angst, als Herrscher zu versagen. Meine Mutter war so eine starke Frau, alle haben sie geliebt und respektiert. Ich wünschte, ich wäre mehr wie sie, aber ich fühlte mich so unerfahren und unsicher. Ohne den Rat meines Onkels wäre ich wirklich verloren, ich bin froh, dass ich ihn habe.

Die Selbstsicherheit kommt bestimmt mit der Zeit. Es ist nur menschlich, wenn Sie sich zu Beginn bei neuen Aufgaben und Herausforderungen unsicher fühlen. Haben Sie denn ein Vorbild?

Meine Mutter, ganz klar. Sie war unglaublich gebildet, weitsichtig und trotzdem auch empathisch und liebenswert. Sie hatte immer ein offenes Ohr für die Belange ihrer Untertanen, war aber auch energisch, wenn sie es sein musste. Es sind große Fußspuren, in die ich trete.

Das stimmt. Aber Sie werden sicherlich hineinwachsen. Denken Sie positiv! Nun kommen wir doch zum aktuellsten Ereignis in Ihrem Leben. Sie sind nun verlobt, wie geht’s Ihnen, wenn Sie an die Hochzeit denken? Sind Sie sehr aufgeregt?

Elis errötet leicht. Aufgeregt … nun … ja, ich denke schon. Meine Ehe mit Prinzessin Arazin ist politisch von höchster Bedeutung, sie wird das langersehnte Friedensband zwischen unseren Völkern knüpfen. Es liegt also eine große Verantwortung auf unseren Schultern.

Wie haben Sie Ihre zukünftige Miss Arazin bint Alakh kennengelernt? Erzählen Sie uns doch bitte von Ihrer ersten Begegnung.

Nun … Elis wirkt sichtlich nervös und knetet seine Hände im Schoß. Ich bin Arazin tatsächlich erst vor zwei Wochen zum ersten Mal begegnet, als sie mit ihrer Delegation hier in Zarbahan eintraf. Sie hat aber definitiv Eindruck auf mich hinterlassen. Sie hat eine außergewöhnliche Ausstrahlung: wild, entschlossen und selbstbewusst.

Was gefällt Ihnen an der Prinzessin am besten?

Elis errötet noch mehr, sofern das überhaupt möglich ist. Wie ich schon sagte, sie ist eine außergewöhnliche Frau. Sie hat Temperament und Feuer, eine echte Kriegerin. Außerdem, ist sie, ähm, sehr attraktiv. Nicht wahr?

*lacht* Da kann ich Ihnen nur zustimmen. Was wünschen Sie sich für Ihre gemeinsame Zukunft?

Ich hoffe, dass wir uns in der nächsten Zeit besser kennenlernen können. Wir stammen zwar aus unterschiedlichen Welten, aber das heißt ja nicht, dass wir keine Gemeinsamkeiten aneinander entdecken können. Bisher hatte ich noch wenig Gelegenheit, mich mit meiner Verlobten privat zu unterhalten, ich hoffe, das wird sich bald ändern.

Meine Erhabenheit, vielen Dank für Ihre Zeit und Ihre Offenheit uns gegenüber. Ich wünsche Ihnen und Miss Arazin bint Alakh eine wundervolle Hochzeitsfeier und alles erdenklich Gute für die Zukunft.

Ich danke für das freundliche Gespräch und Eure guten Wünsche.


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