Wer, wie, was, wo, warum? – Die Nixe fragt Tina Skupin

Die Nixe fragt Tina Skupin

Hallo ihr Lieben! 🙂

Nach langer Zeit habe ich endlich mal wieder ein Interview für euch. Tina Skupin hat sich meinen Fragen gestellt. 😀
Ich glaube, ich muss mir nun auf jeden Fall mal die Autorin Seanan McGuire anschauen. Tina hat mich neugierig gemacht. Aber warum, müsst ihr selber herausfinden. 😉

Vielen Dank liebe Tina, dass wir dich durch dieses Interview mehr kennenlernen dürfen!

Am Ende des Beitrags erfahrt ihr auch noch etwas mehr zu ihrem neustem Buch. 🙂

1. Was war Dein tollstes „buchiges“ Erlebnis? Erzähl mal. 😉
Ohje, da gibt es so viele.

2. Hast Du ein Vorbild? Wenn ja, wer und warum?
17666976Auch da könnte ich eine Top Ten aufstellen. Aber wenn ich mich für eine entscheiden müsste: Seanan McGuire. Seanan ist eine amerikanische Autorin für Urban Fantasy, die vor allem über amerikanische Kultur und Sagenschatz schreibt, bzw. wie sich die verschiedenen Einflüsse in Amerika vermischt haben. Ihre Bücher sind fundiert und extrem gut geschrieben – ich würde Sparrow Hill Road in einem Satz mit Neil Gaimans American Gods nennen. Sie ist wahnsinnig fleißig, veröffentlicht pro Jahr mindestens drei Bücher und ich bewundere ihre Disziplin endlos. Ihre Bücher sind divers. In Seanans Büchern hab ich zum ersten Mal queere, farbige etc. Charaktere getroffen, die einfach da sind. Sie brauchen keine Berechtigung, keinen reingequetschten coming-out-Plot. Sie sind da und dürfen Abenteuer erleben, und die Bücher werden so viel reicher durch diese Vielfalt. Als Autorin ist Seanan freigiebig zu ihren Lesern und anderen Autoren und – sie liebt und celebriert ihre Guilty pleasures! Ich war als Kind ein Nerd, der alleine war, kann man sich heute im Zeitalter des Internets gar nicht mehr vorstellen. Aber ich glaubte wirklich, ich wäre die einzige Frau, die das A-Team liebte. Als Autoren schöpfen wir aus allen Erinnerungen, und allen Geschichten, die wir jemals gehört haben. Die sind das Rohmaterial, aus dem neue Ideen entspringen können. Und Seanan verdanke ich es, dass ich ohne Einschränkungen und ohne Zögern nicht nur auf Star Wars, Marvel und Kampfstern Galactica zugreifen kann, sondern auch auf Tomb Raider, Regina Regenbogen und Knight Rider.

3. Wenn du das Wort „Ende“ schreibst, was empfindest du? Erleichterung, Aufregung, Zweifel, Freude, oder alles zusammen?
Erleichterung. Ich kann nicht mit einem festen Plot schreiben, ich muss die Charaktere erst kennenlernen, wie sollte ich anders wissen, wie sie reagieren? Bevor ich anfange, habe ich nur Hauptcharakter, ein paar weitere Charaktere, die ersten paar Kapitel, eine ungefähre Richtung, und weiß, wie es ausgeht. Das heißt, erst wenn ich das Ende schreibe, weiß ich, dass das Buch funktioniert. Deswegen Erleichterung. Die Freude kommt dann beim Überarbeiten, wenn ich die einzelnen Elemente des Manuskripts zum Laufen bringe.

4. Dein neuestes Buch Valkyrie scheint ein richtiges Herzensprojekt von dir zu sein… Was macht diese Geschichte für dich besonders? Und wie fing das alles an mit deiner Walküre?
51IDjvdY-nLAls ich angefangen habe zu schreiben, habe ich viel rumexperimentiert. Ich hatte mich an einem Kinderbuch versucht, und an einem Krimi, aber ich war mir immer noch nicht sicher, was ich eigentlich für ein Autor sein wollte.  Als nächstes wollte ich einen historischen Liebesroman schreiben, und hab dafür so viel recherchiert. Aber… der Plot kam nicht in die Gänge. Ich hatte zwei Szenen, die richtig gut waren, aber wer diese Leute waren, wie es weiterging, ich hatte keine Ahnung.
Ich habe zu der Zeit viel Urban Fantasy gelesen, ich liebte diese Mischung aus alten Sagen und modernen Leben, modernen Problemen. Und eines Tages, auf dem Weg nach Hause, schau ich aus dem Fenster und sehe die Felsen draußen (die Stockholmer Ubahn ist buchstäblich in den Granit gesprengt worden) und mir kommt der Gedanke „jemand muss eine Urban Fantasy über Stockholm schreiben“ und der zweite Gedanke „und das machst du“. Und alles fiel an seinen Platz. Der Plot kam quasi von selbst zusammen, als ich zuhause ankam, hatte ich schon meinen Hauptcharakter, einen Tag später den Handlungsablauf. Valkyrie war das erste Manuskript, das ich beendet habe, und wenn ich auch jede Szene mehrmals neu gefeilt hab, bis alles an seinem Platz war, die Grundelemente waren von Anfang an da: Fridas Liebe für den Kampf, die charakterfeste Gudrun, die arrogante Eimir, die Donnerdrachen, Loki.
Mit Valkyrie hat alles richtig angefangen, und es steckt mehr von mir in dem Buch als in allen anderen Büchern, ich hab mein Heimweh reingesteckt, die Schwierigkeit, in einem neuen Land neu anzufangen, wie wichtig es ist, Freunde zu haben. Und an manchen Tagen, wenn ich durch Stockholm laufe, und mitten in einem Haus ein ungehauener Stein mit alten Runen steckt, dann frag ich mich, ob ich in der echten Welt lebe – oder ob die echte Welt nicht doch hinter den Illusionen liegt, und Trolle, Walküren und Näckar enthält.

5. Beschreibe die Protagonistin Frida in 3 Worten.
Walküre, Badass, SCHWERT

6. Die Geschichte deiner Walküre spielt ja wie du schon sagtest in Stockholm… Welcher Schauplatz der Geschichte ist dein Lieblingsort?
Ein Großteil der Handlung findet in den Gassen von Gamla Stan, der Stockholmer Altstadt, statt. Gamla Stan liegt auf einer Insel und ist fast eine abgeschlossene Welt. Winzige Gassen, in denen du auf beiden Seiten die Wände berühren kannst, seltsame Läden, wo du dich fragst „wie können die sich halten“? Und dazu das riesige Stockholmer Schloss. Gamla Stan ist ein Traum – als Buchkulisse und auch in echt!

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7. Welcher Deiner eigenen Buchcharaktere war richtig anstrengend und warum?
In Valkyrie jeder Einzelne! Weil wirklich jeder macht, was er will. Wenn die Näckar nicht in ihrem jugendlichen Leichtsinn irgendwo draufklettern, bringt Frida die örtliche Adelsschaft gegen sich auf, oder Loki schmeißt mir den gesamten Plot um, weil Vollmond ist.
Der schwierigste Charakter in allen meinen Büchern ist aber tatsächlich nicht aus Valkyrie, sondern aus Hollerbrunn, meine Märchenadaption von Frau Holle. Ich wollte die Schwestern lebensechter machen, die Pechmarie sympatischer und die Goldmarie sollte sich aus den besten Gründen richtig mies verhalten. Leider bin ich da etwas übers Ziel herausgeschossen, und bekam von Janna Ruth, die das Buch lektoriert hat, die Rückmeldung „tut mir leid, aber die Marie ist als Prota einfach Mist.“ Dann musste ich siebzig Prozent der Szenen durchgehen, und die richtige Balance finden. Das war wahnsinnig schwierig.

8. Jetzt sei mal ganz ehrlich. Hat dir einer deiner Protagonisten schon mal den Kopf verdreht?
Nein. Da meine Protas fast ausschließlich weiblich sind, und ich hetero, bin ich dafür nicht anfällig. Wenn du mich allerdings nach den Antagonisten fragst… grins

9. In welcher Buchwelt würdest Du am liebsten leben und warum?
Star Wars. Ich würde zu den Rebellen gehören, könnte gegen das Imperium kämpfen und dem Jammerkylo auf den Kopf hauen. Und es wäre eine Welt, in der wir immer noch Carrie Fisher haben, unseren General Leia Organa, die ich so schmerzlich vermisse!

10. Wenn Dein Leben einen Filmtitel hätte, wie würde er lauten?
Coolness und Chaos

Eckdaten:
Nightmare – Zurück ins Jetzt
Tina Skupin
515 Seiten
Ebook: 3,49 €
Verlag: ohneohren

Will ich kaufen!

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