Wer, wie, was, wo, warum? – Die Nixe fragt Stephanie Kempin

Die Nixe fragt Stephanie Kempin

Hallo meine lieben Bücherfreunde! 🙂

Ich darf euch heute im Rahmen des Specials des Papierverzierer Verlags zum Welttag des Buches auch noch eine weitere Autorin vorstellen! Auch die liebe Stephanie Kempin hat sich meinen Fragen gestellt. 😉
Dabei geht es u.a. um den Satz „Ich habe meine Schwester gegessen“, um viel Musik und einen besonders anstrengenden Charakter… Und es ist nicht das Spionage-Häschen! So viel sei verraten… Viel Spaß beim Lesen! 😀

Was war Dein tollstes „buchiges“ Erlebnis?
Ein Highlight war auf jeden Fall die Spontanlesung am 02. April in Köln bei Team X. Spontan deshalb, weil mich Fabienne Siegmund mittwochs fragte, ob ich nicht am Sonntag für Katharina Seck einspringen könnte, die für die Lesung eingeplant war, aber leider vorher krank geworden ist.alice_mit_logo_web
Die Lesung selbst war dann wirklich schön, wir haben im Escape Room „Die magische Bibliothek“ gelesen und waren insgesamt in drei unterschiedlichen Geschichtenwelten unterwegs: Den Anfang habe ich mit „Alice – Follow the White …“ gemacht, dann haben Fabienne und ich beide aus „Herbstlande“, einem Gemeinschaftsroman, gelesen, den Schluss hat dann Fabiennes „Das Herz der Nacht“ gebildet.
Die Umgebung hat zu allen drei Büchern richtig gut gepasst und wir hatten alle eine Menge Spaß an dem Tag.

Hast Du ein Vorbild? Wenn ja, wer und warum?
Das eine große Schreib-Vorbild gibt es eigentlich nicht, ich würde beim Schreiben auch nicht gerne Gefahr laufen, jemanden zu kopieren. Aber es gibt natürlich Lieblingsautoren und Lieblingsbücher, die besonderen Einfluss hatten. Da würde ich Terry Pratchett und Christoph Marzi dazu zählen.
Terry Pratchett, weil er auch ernste Themen so geschickt in Humor verpacken konnte, man aber trotzdem versteht, worum es eigentlich geht.
Christoph Marzi, weil er einfach einen wunderbaren Schreibstil hat und einen als Leser richtig in die Geschichtenwelten mitnehmen kann.

Nach welchem Schema schreibst Du Deine Bücher? Hältst Du Dich genau an einen Plot oder schreibst Du frei nach Eingebung?
Es ist eine Mischung aus beidem. Ich schreibe am Anfang zumindest einen groben Plot, aber Geschichten sind eigenwillig und manchmal weiß ich trotz Plot noch nicht genau, wie die Geschichte endet oder sie macht unterwegs noch einen Ausflug, der eigentlich nicht vorgesehen war. Manchmal merkt man auch beim Schreiben, dass etwas, was so im Plot stand, doch nicht funktioniert oder es ergibt sich ganz von alleine noch eine schönere Lösung, dann geht es vom ursprünglichen Plan weg.
Spannend finde ich es immer, mir den Plot hinterher noch mal anzuschauen und zu sehen, wo ich überall abgewichen bin und was sich an der Geschichte alles noch einmal verändert hat.

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Erzähl uns was zu Deinen ersten Schreibversuchen. Wie alt warst Du? Und um was ging es?
Das ist lange her, ich nehme an, die Aufsätze in der Grundschule zählen da schon irgendwie dazu. Außerdem habe ich immer mal wieder versucht, auf der Schreibmaschine meiner Eltern irgendwelche Ideen auf Papier zu bannen, aber da war immer schnell Schluss. Worum es da ging, weiß ich heute gar nicht mehr.
Geschichten ausgedacht habe ich mir also quasi schon immer, richtig ernst wurde es dann mit den ersten Kurzgeschichten. Die allerersten sind damals in der „Blätterwelt“ veröffentlicht worden, einem sehr schönen Projekt von Fabienne Siegmund.

Welcher Deiner eigenen Buchcharaktere war richtig anstrengend und warum?
Eigentlich mag ich meine Charaktere, auch diejenigen, die mit voller Absicht manchmal die Nervensäge raushängen lassen, wie Ethan Bond zum Beispiel. Aber im aktuellen Projekt (deshalb kann ich jetzt auch noch nichts allzu Genaues über diese Figur verraten) gibt es einen Charakter, den fand ich am Anfang total spannend und er, besser gesagt, sie, ist auch ein Auslöser für den weiteren Verlauf der Geschichte.
Beim Schreiben wurde es dann aber echt schwierig. Bei jeder einzelnen Szene musste ich viel mehr als bei den anderen Charakteren aus der Geschichte überlegen, was sie als nächstes tun oder sagen würde und dann stellte sie sich noch als ziemliche Zicke heraus, die der Hauptfigur einen Vorwurf nach dem anderen macht und gleichzeitig erwartet, dass irgendjemand sie jetzt gefälligst rettet. Von da an ist sie mir einfach nur furchtbar auf den Geist gegangen und irgendwann habe ich mich wirklich gefragt, wie ich so etwas Nerviges und Anstrengendes erfinden und meinen anderen Figuren aufhalsen konnte. Von daher habe ich ihre Redezeit im Vergleich dazu, wie es im Plot mal vorgesehen war, auch gewaltig begrenzt.

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Wie ist die Idee zu „Alice – Follow the White“ entstanden? Gibt es ein zentrales Ereignis oder Erlebnis?
Es gab einen zentralen Satz, genauer gesagt, den allerersten. Der ist nämlich nicht von mir, sondern von meinem Verleger, und fiel in einer Unterhaltung am Verlagsstand auf der Frankfurter Buchmesse. Mir ging dieses „Ich habe meine Schwester gegessen“ nicht mehr aus dem Kopf, genauso wenig wie die „Zombie-Icequeen“ und im Laufe der Zeit wurde dann tatsächlich der Plot zu „Alice – Follow the White …“ daraus.

Ich habe gelesen, dass Du immer mit Musik schreibst und jedes Buch seinen eigenen Soundtrack erhält… Welchen Soundtrack hatte „Alice – Follow the White“?
Das war ein für mich untypisches Durcheinander. Normalerweise gehen die Soundtracks von Geschichten insgesamt in eine ähnliche Richtung, bei „Alice“ hat sich sehr viel wild gemischt. Außerdem liefen da auf einmal auch Sachen in Dauerschleife, die ich zwar mag, aber an denen ich jetzt nicht so besonders hänge. Also praktisch alles anders als sonst.
Da war „White Rabbit“ dabei, in den Versionen von Emilíana Torrini, Pink und The Crüxshadows. „Sweet Dreams“ in der Version von Emily Browning und „Where is my mind?“.
Von The Crüxshadows kamen noch „The 8th Square“ und „Birthday“ dazu, aber dann haben sich diverse Lieder von Korn damit gemischt: „Get up“, „Freak on a leash“, „Falling away from me“ und „Alone I break“.
Das hat alles noch so halbwegs gepasst, aber dann war ich selbst erstaunt, als sich jede Menge Pop-Cover von Within Temptation eingeschlichen haben: „Summertime Sadness“, „Radioactive“ und „Skyfall“. Bei Within Temptation ist es dann auch noch eine Weile geblieben mit „And we run“, „Paradise“ und „Utopia“.
Und vor allem gegen Ende der Geschichte gab es dann die nächste große Wende zu Marilyn Manson, „Running to the edge of the world“, „Coma white“ und „Putting holes in happiness“.

Woran schreibst Du aktuell? Verrätst Du uns ein wenig über Dein aktuelles Schreibprojekt? 🙂
Das aktuelle Projekt ist etwas vollkommen anderes als „Alice“. Wesentlich düsterer und so gesehen noch mal viel musiklastiger, weil zwei der Hauptfiguren selbst Musiker sind. Es spielt ein Labyrinth eine Rolle und ein Geist kommt drin vor und eben die anstrengendste Figur, die ich bis jetzt hatte. Alles andere wäre jetzt wahrscheinlich zu viel verraten. 🙂 Die Inspiration für die Geschichte war aber tatsächlich wieder ein einzelner Satz, in dem Fall eine Textzeile aus einem Lied.

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In welcher Buchwelt würdest Du am liebsten leben und warum?
Tatsächlich leben eher weniger, meistens sind die richtig spannenden Orte aus den Büchern auch gleichzeitig gefährlich. Aber besuchen würde ich gerne mal mehrere Orte. Die Scheibenwelt, das Wunderland, Christoph Marzis Uralte Metropole und Red London aus „A darker Shade of Magic“.
Warum ist eine gute Frage. Teilweise, weil ich die Figuren einfach einmal sehr gerne kennenlernen würde, die Grinsekatze zum Beispiel oder auch die Hexen der Scheibenwelt. Die Uralte Metropole steckt einfach voller faszinierender Dinge und bei „A darker Shade of Magic“ ist der Weltenbau so toll und vor allem Red London mit dem rot leuchtenden Fluss klingt so spektakulär, dass ich es gerne einmal sehen würde, wenn es möglich wäre.

Wenn Dein Leben einen Filmtitel hätte, wie würde er lauten?
Ehrlich gesagt weiß ich das gar nicht. Wenn mein Leben ein Film wäre, hätte es ja erst einmal jemand verfilmt und derjenige hätte hoffentlich einen tollen Titel gefunden. Wenn man selbst mittendrin steckt, ist das gar nicht so einfach. 🙂

Vielen Dank für die tollen Fragen, ich hatte Spaß dabei, sie zu beantworten!

Vielen lieben Dank liebe Stephanie Kempin für Deine Zeit und Deine Offenheit bei diesem Interview! ❤ Auch mir hat es sehr viel Spaß gemacht, Deine Antworten zu lesen! Ich wünsche Dir weiterhin viel Erfolg mit Deinen Büchern und aktuellen Projekten und stets eine kreative Eingebung. 🙂

Rezensionen, Buchvorstellungen, u. ä . zu „Alice – Follow the White„:

Rezension von Die Büchernixe

Rezension von Sannes Bookcatalogue

Rezension von Meine Bücherwelt

Rezension von Die Buchdompteurin

Rezension von Sandys Welt

Blogtour: Die Schule und Ethan Bond („Alice – Follow the White“) – Tag 5

Blogtour: Das Märenland und Chloe – Tag 4

Blogtour: Das Pfefferkuchenhaus und Betty – Tag 3

Blogtour: Das Dämmer-Spiegel-Land und Garreth – Tag 2

Blogtour: Der Palast der tausend Spiegel und Alice – Tag 1

Zitate: „Alice – Follow the White…“ von Stephanie Kempin

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